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Hilfe bei Patientenverfügungen in Nordhorn und Umgebung

Eine Patientenverfügung ist eine schriftliche Vorausverfügung einer einwilligungsfähigen volljährigen Person für den Fall ihrer Einwilligungsunfähigkeit, ob sie in bestimmte, zum Zeitpunkt der Festlegung noch nicht unmittelbar bevorstehende Untersuchungen des Gesundheitszustands, Heilbehandlungen oder ärztliche Eingriffe einwilligt oder sie untersagt.

Hinterlegung einer Patientenverfügung

Auch in jungen Jahren kann es überraschend - etwa durch einen Unfall oder eine schwere Krankheit - dazu kommen, dass der eigene Wille nicht mehr geäußert werden kann. Wer seine Wünsche bezüglich der medizinischen Betreuung nicht festlegt riskiert, dass im Akutfall medizinische Maßnahmen wie künstliche Beatmung durchgeführt werden, die nicht dem eigenen Willen entsprechen. Zudem nimmt eine Patientenverfügung den Angehörigen die Last, selbst über die Behandlung des Betroffenen entscheiden zu müssen.

Die Patientenverfügung bedarf keiner bestimmten Form. Die Schriftform kann Vorteile für Betroffenen, Angehörige und Ärzte haben. Eine notarielle Beglaubigung der Patientenverfügung ist nicht notwendig. Formulare können im Internet heruntergeladen werden; man füllt sie aus und unterschreibt sie. Die Patientenverfügung gilt auf unbestimmte Zeit. Es empfiehlt sich, sie an einem Ort aufzubewahren, wo die Angehörigen sie im Bedarfsfall schnell finden können. Sicherer ist das Hinterlegen mehrerer Exemplare: Eines beim Hausarzt, je eines bei mehreren Verwandten oder Freunden.

Abgrenzung

Die Patientenverfügung ist von einer Vorsorgevollmacht oder einer Betreuungsverfügung zu unterscheiden.

In der Patientenverfügung bestimmt der Verfügende, welche medizinischen und pflegerischen Untersuchungen, Behandlungen und Eingriffe nach seinem Willen durchgeführt oder unterlassen werden sollen. Die Patientenverfügung regelt dagegen nicht, welche Personen die sich daraus ergebenden Entscheidungen treffen dürfen und dafür sorgen sollen, dass der Patientenwille in die Tat umgesetzt wird.

Als Ergänzung zur Patientenverfügung ist daher eine Vorsorgevollmacht ratsam. Mit dieser wird ein Bevollmächtigter (für den Fall, dass der Vollmachtgeber seine Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln kann) ermächtigt, ihn in allen Angelegenheiten zu vertreten, für die der Vollmachtgeber ihn bevollmächtigt, zum Beispiel

  • in Angelegenheiten der Gesundheitssorge und der Pflege,

  • in Aufenthalts- und Wohnungsangelegenheiten,

  • in der Vermögenssorge,

  • in Behördenangelegenheiten

oder anderes mehr.

Der durch die Vorsorgevollmacht Bevollmächtigte ist kein gesetzlicher Betreuer. Die Bevollmächtigung kann die Bestellung eines Betreuers überflüssig machen. Für den Fall, dass eine Betreuung (dennoch) notwendig werden sollte, kann man in einer Betreuungsverfügung eine Person vorschlagen, die zum Betreuer bestellt werden soll und/oder Personen nennen, die nicht Betreuer werden sollen. Das Betreuungsgericht hat diesem Vorschlag zu entsprechen, wenn es dem Wohl des Patienten nicht zuwiderläuft. Für die vom Betreuer zu treffenden Entscheidungen ist die Patientenverfügung maßgeblich.